Der Holzspan
  1993
 
 
Speierling (Sorbus domestica L.)


Aussehen

Der Speierling ist ein 10–20 m hoher Baum. Er kann im Wald maximale Höhen von über 30 m und
als Einzelbaum Stammdurchmesser über 100 cm erreichen. Er erreicht ein Alter bis zu 600 Jahren,
 in Mitteleuropa aber meist deutlich weniger. Der Speierling hat eine kleinschuppige, graubraune
Borke und besitzt bis zu 25 cm lange Fiederblätter. Er ist vom Ungeübten hauptsächlich durch
seine Früchte von der Vogelbeere zu unterscheiden.

Aus den Blüten im Mai entwickeln sich im September/Oktober 2–4 cm große birnen- bis apfelförmige
 Früchte. Sie werden von Vögeln und Säugetieren verbreitet. Der Speierling ist eine
 submediterrane Art und kommt in Deutschland im sommerwarmen und trockenen
Eichen-Hainbuchen-Wald und Flaumeichen-Wald vor. Vor allem im Südwesten, im Rhein-,
Neckar-, Mosel- und Nahetal, im Taunus und in Unterfranken. Hauptverbreitungsgebiet
 ist von Ostspanien über Frankreich, Italien, Balkan bis zur Krim und Kleinasien und Nordwestafrika.
Speierlinge vermehren sich in der Natur nur selten generativ durch Samen. Die vegetative
 Vermehrung durch Wurzelbrut überwiegt.

Nutzung


Im Mittelalter war der Speierling ein wichtiges Kulturgehölz. Die Früchte sind aber erst im
überreifen Zustand essbar. Der gerbstoffreiche Saft der unreifen Früchte wird manchmal
 in geringen Mengen (1 bis 3%) dem Apfelwein zugefügt. Dieser haltbare, herbe Apfelwein
wird Speierling genannt und ist eine Spezialität im Frankfurter Raum.

In der Volksmedizin spielten die vollreifen Früchte wegen ihres Gerbstoffgehaltes eine Rolle
als Hausmedizin gegen Durchfall, Ruhr und Erbrechen (davon hat der Baum seinen Namen).
 Heute werden sie zu Mus, Marmeladen und zu Speierlingsbrand verarbeitet. Die Fruchterträge
sind beachtlich: So bringt der größte existierende Speierling in Österreich, der einen
 Stammdurchmesser von 1 ½ Meter aufweist, im Jahr rund 500 Kilogramm Früchte.

Der Speierling besitzt ein dunkelbraunes, schweres und hartes Holz. Es wird im Werkzeug- und
Musikinstrumentenbau sowie als wertvolles Möbel- und Furnierholz, zum Schnitzen und Drechseln
 verwendet.

Seit mehr als 100 Jahren ist ein starker Rückgang der Speierlingbestände in Europa bemerkbar.
 Der Speierling ist eine charakteristische Baumart jener Laubwaldgesellschaften, die vielfach nur
noch bis vor 100 Jahren im so genannten Mittelwaldbetrieb bewirtschaftet wurden. Der Speierling
 wurde in den letzten 100 Jahren Opfer der Forcierung der Hochwälder, er unterlag dem
Konkurrenzdruck der durchwachsenden Nachbarbäume. Von den Schädlingen stellt der
 Schorfpilz die größte Gefahr für den Speierling dar. Der Schorf befällt vor allem die Früchte,
Jungpflanzen und Triebe. Zusätzlich setzt der Rindenkrebs dem Speierling zu. Oft wird er als
anfällig auf Feuerbrand beschrieben, bisher ist aber im gesamten Verbreitungsgebiet kein
 einziger Befall bekannt.





Kommentare zu dieser Seite:
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